Team: Schwarz
Challenge: Crack/Humor - “Um XY zu zitieren...” (für mich)
Fandom: Original (
Die Weihnachtskiller)
Anmerkung: Quasi eine kleine Fortsetzung
hierzu. Bei Gefallen für
alea <3
“Ich wusste nicht, dass das jemals möglich sein würde, aber bei diesem Anblick wird mir schlecht”, murmelte Tatjana etwas wehleidigt als sie zusammen mit ihren Kollegen Merten und Jasmin und deren Chefin Corinna vor einem großen Buffet voller Süßigkeitenproben standen. Mit einem breiten Grinsen händigte Merten Klemmbretter mit je einem Kugelschreiber und mehreren Papierbögen aus. Wie ein General, der seine Truppen inspizierte, begann Corinna zwischen ihren Untergebenen und den vollen Tischen langsam zu schreiten, beide mit strengen Blicken betrachtend und einem verschwörerischen Lächeln. Dabei wippte sie mit dem Klemmbrett in einer Hand, was in Tatjana vergrabene Erinnerungen an ihre Großtante weckte, die an strenge Schule gegelaubt hatte.
“Ich hoffe, ihr habt heute einen starken Magen mitgebracht”, begann Corinna bedrohlich. “Mertens Fehltritt und abstruse Verschwörungstheorie haben mich auf eine wundervolle Idee gebracht. Die beliebten Weihnachtssüßwaren sollten wir rebranden! Nougateier und Nougatkugeln sind undramatisch, aber Dominosteine? Gefüllte Herzlebkuchen? Die Leute sehnen sich das ganze Jahr darauf als wäre es etwas Exotisches, selbst wenn sie über Umwege an all das nicht das ganze Jahr über rankämen. Also geben wir dem Volk, was es will!”
“Opium für das Volk!”, fiepte Tatjana hingerissen und kassierte ein zufriedenes Nicken von Corinna.
“Merten war so gut eine Zusammenstellung aller Spezialitäten und eine jeweilige Produktpalette vorzubereiten. Dazu sind auch die Zettel. Wir sind die erste Testgruppe. Den gleichen Lauf wird Merten mit den anderen Büros zunächst durchführen, ehe er weitere Tester von der Straße besorgt. Pro Produkt sind Rubriken für einige Eigenschaften aufgelistet: zu welcher Jahreszeit es ebenso passen könnte, ob man es für andere Anlässe pushen könnte, welche anderen Charakteristike sich da herausarbeiten lassen, wie man die Produkte sowohl gendern, wie auch für unterschiedliche Alters- und Gesellschaftsklassen vermarkten könnte. Notiert fleißig auch alles, was euch noch so einfällt.”
Jasmin melde sich und sprach, als Corinna ihr zunickte. “Hat Merten auch an Optionen ohne Laktose, ohne Gluten, für Diabetiker und für Veganer gedacht?”
Corinna blickte über die Schulter zu Merten, der sofort die Wirbelsäule durchstreckte und versuchte noch etwa 5 cm größer zu erscheinen. “Natürlich! Auch verschiedene Bio- und Öko-Zertifikatsklassen und Fair Trade!”
Corinna nickte äußerst zufrieden. “Das wird ein wichtiger Schritt in der Zerstörung von Weihnachten sein.”
“Und den Markt für Süßwaren mit ihrem Suchtpotenzial erweitern”, ergänzte Merten übereiffrig. Corinna warf ihm einen scharfen Blick zu. Zwar hatte er recht, aber es gefiel ihr nicht, wie er ihren Moment untergrub. Sie wandt sich ihren beiden anderen Untergebenen zu, die sie aufmerksam ansahen und an ihren Lippen hingen, wie es sich gehörte. “Und auch das. Um Aristoteles zu zitieren: Geld stinkt nicht!”
Es trat kurz verwirrtes Schweigen ein, ehe Tatjana flüsterte: “Hat das nicht Marx gesagt?”
“Nein, das war Adorno!”, warf ihr Merten an den Kopf.
“Vespasian”, raunte Jasmin tonlos, als die anderen hitzig sich große Namen an die Köpfe warfen.